{"id":646,"date":"2020-10-11T10:00:24","date_gmt":"2020-10-11T10:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hk-arbeitssicherheit.com\/sifa-blog\/?p=646"},"modified":"2020-10-11T10:00:24","modified_gmt":"2020-10-11T10:00:24","slug":"brandschutz-und-arbeitsschutz-in-der-antike","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hk-arbeitssicherheit.com\/blog\/brandschutz-und-arbeitsschutz-in-der-antike\/","title":{"rendered":"Brandschutz und Arbeitsschutz in der Antike"},"content":{"rendered":"<p>Schon in der Antike waren Br\u00e4nde und Arbeitsunf\u00e4lle in Rom ein wichtiges Thema. Die Stadt mit einer Million Einwohner war vor 2000 Jahren dicht bebaut, die Preise f\u00fcr die Unterk\u00fcnfte waren sehr hoch. H\u00e4ufig wurde mit dem Baugrund spekuliert, ein reicher R\u00f6mer kaufte in der Stadt ein Grundst\u00fcck, versuchte, m\u00f6glichst billig zu bauen und dann zu vermieten. Offiziell sollte ein Mietshaus, eine sogenannte Insula, etwa 6 Stockwerke haben mit einer H\u00f6he von maximal 30 Metern, aber oftmals wurden weitere Stockwerke aufgesetzt, meist aus Holz, was billiger und leichter war. Aber sehr oft zu schlimmsten Br\u00e4nden mit vielen Toten f\u00fchrte. Beklagt wurde meist dann der finanzielle Verlust, kaum mal sprach man von den Opfern. Der ber\u00fchmteste Architekturtheoretiker der Antike, Vitruv, \u00e4u\u00dferte sich entschieden gegen Fachwerkbauten, die es auch in der Antike bereits gab, denn sie sind viel zu brennbar, aber Holz war nat\u00fcrlich billigeres Baumaterial als die Backsteine. <\/p>\n<p>Br\u00e4nde entstanden entweder durch Blitzeinschl\u00e4ge, durch Brandstiftung und nat\u00fcrlich durch offenes Feuer, denn damit beheizte man die R\u00e4ume und kochte. Es wird berichtet, dass es im antiken Rom pro Tag etwa 100 Br\u00e4nde gab, wobei mindestens zwei verheerende  Ausma\u00dfe annahmen. Den ber\u00fchmtesten Brand kennen wir aus vielen Filmen, n\u00e4mlich unter Kaiser Nero im ersten Jahrhundert nach Christus. Heute gehen wir allerdings davon aus, da\u00df Nero keineswegs der Brandstifter war, denn wahrscheinlich hielt er sich in seiner Sommerresidenz in Anzio auf. Damals waren 10 von 14 Stadtteilen Roms betroffen.<\/p>\n<p>Versicherungen gab es in der Antike noch nicht. In der Zeit vor Christus hoffte man nur, da\u00df der Brand fr\u00fchzeitig entdeckt wurde, denn eine staatliche Feuerwehr gab es noch nicht. Die erste private Feuerwehr wurde von Crassus kurz vor Christus gegr\u00fcndet, aber er lie\u00df seine 500 Sklaven nur eingreifen, wenn der Hausbesitzer ihm das Grundst\u00fcck f\u00fcr wenig Geld \u00fcberlie\u00df. Erst unter Augustus entstand eine offizielle staatliche Feuerwehr mit 7000 <em>Vigiles<\/em> (W\u00e4chtern), die sowohl als Polizisten, als auch als Feuerwehrm\u00e4nner eingesetzt wurden.<\/p>\n<p>Oft wird auch berichtet, wieviele Sklaven beim Bau vom Kolosseum gestorben sind. Das lag aber nicht daran, dass sie misshandelt wurden, denn sie mu\u00dften zwar sehr hart arbeiten, hatten aber Unterk\u00fcnfte und Nahrung. Das Problem lag darin, da\u00df es vor 2000 Jahren keinen Arbeitsschutz gab. Man hatte keine Helme, die Ger\u00fcste waren gewaltig hoch, aber nicht abgesichert, sodass sehr oft die Menschen von Steinen erschlagen wurden oder vom Ger\u00fcst st\u00fcrzten. Arbeitsschutz war eine finanzielle Investition, die man bei den Sklaven sich ersparen wollte. <\/p>\n<p><small>Ein Artikel von Jeanette Langer, Stadtf\u00fchrerin in Rom: <a href=\"https:\/\/www.ciao-rom.com\/stadtfuehrungen\/\">www.ciao-rom.com<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in der Antike waren Br\u00e4nde und Arbeitsunf\u00e4lle in Rom ein wichtiges Thema. Die Stadt mit einer Million Einwohner war vor 2000 Jahren dicht bebaut, die Preise f\u00fcr die Unterk\u00fcnfte waren sehr hoch. 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